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Mein Weg zur Göttin Jeder von uns Wicca hat seine eigene Geschichte wie sich der Weg zur Göttin bahnte. Meist sind Schicksalsschläge, eine anstrengende Kindheit und Jugend, eine unglückliche Ehe, oder sonstige Ungerechtigkeiten die Auslöser sein eigenes Leben zu überdenken. Doch denken alleine reicht nicht aus, wenn man aus der Misere, in der man sich befindet, ausbrechen möchte, muss man den Mut zum Handeln und Ändern aufbringen. Bei mir war es die systematische Unterdrückung des weiblichen Geschlechts, die ich am eigenen Leib zu spüren bekam. Eine Erkenntnis die mir im Laufe der Zeit, mit Unterstützung der Göttin, die Krallen wachsen ließ. Warum auch sollte die Unterdrückung der Frau >gesellschaftlich normal< sein ? In meinen Augen war und ist dies eine gesellschaftspolitische Krankheit, global gesehen. Als ich an dem wahrscheinlich unglücklichsten Punkt in meinem Leben angekommen war und ich als pflichtbewusste Mutter im Bücherladen Schulbücher besorgen musste, zog mich plötzlich die Themenüberschrift eines Bücherregals in ihren Bann „Esoterik“. Dies war der erste Kontakt zu der Welt, in der ich mich jetzt bewege. Aus den Esoterikbüchern, die mir bald nicht tiefgründig genug waren, wurden Wicca-Bücher, aus den Wicca-Büchern entstand die Idee, Kontakt zu einem Wicca-Coven aufzubauen und so kam eines zum anderen. Ich begann ein Gastjahr in dem damaligen Regenbogendrachen-Coven, brach im Jahr 2002 meine privaten Zelte ab, packte meine Kinder, suchte eine eigene Wohnung in einem anderen Bundesland, fand einen Job, ließ mich scheiden und wurde im Jahre 2003 in den ersten Wicca-Grad initiiert. Aus dem Regebogendrachen-Coven entstand der Circle of Magic Dragonline, eine Neudefinition bei der ich maßgeblich mit im Boot saß, ein Coven dem ich seinen Namen gab und der mein spirituelles Zuhause geworden ist. Die Göttin und ich Ohne die Kraft der Göttin, hätte ich niemals den Mut und das Durchhaltevermögen aufbringen können mein Leben total umzukrempeln. Wie froh und dankbar ich heute noch dafür bin, kann ich nicht in Worte fassen. Ihre Kraft, ihre Göttlichkeit, ist für mich eine individuelle Erfahrung. Sie ist mir eine Freundin geworden, die ich liebe und respektiere. Sie ist mir Mutter und Lehrerin geworden, sie lobt und tadelt, sie gibt und nimmt, sie ist Tagesbewusstsein und Unterbewusstsein, Traum und Realität, sie ist überall und alles zugleich. So ist das Leben einer Priesterin, ich arbeite, bin Mutter, bin Partnerin, ich bin im Alltag von anderen Frauen rein optisch nicht zu unterscheiden, aber keine Entscheidung treffe ich mehr, ohne dass die Göttin mit involviert wäre. Dies ist mein eigenes inneres Szenario einer Priesterin, doch um sich von der Göttin ein Bild zu machen, darf man sie im Außen nicht als „Frau“ oder überhaupt als ein Wesen personifizieren. Sie ist Ur-Kraft, Energie, Macht. Von dem Standpunkt eines Beobachters aus, kann man sich in jedem Lebewesen der Makrowelt, im menschlich-tierisch-pflanzlichen Maß, mit ihrer göttlichen Kraft durchzogen vorstellen, bis in die Mikrowelt, in immer weiter zunehmende Feinheiten, bis hin zum Molekül oder Atom, eines jeden Bestandteils des Universums. Wenn man SIE, die große Eine, in all ihrer Komplexität begreift, ist es nicht verwunderlich, dass wir Wicca ihren Partner, den Gott, als eine aus ihr erschaffene Dualität ansehen. Jeder Pol braucht seinen Gegenpol, jeder Mensch einen Partner und auch die Göttin möchte nicht alleine sein. Das Prinzip der Fortpflanzung, Neuentstehung ist Natur pur. Dieses Wissen führte im Laufe meiner Weiterentwicklung als Priesterin dazu, dass ich im Jahr 2005 in den zweiten Grad zur Hohepriesterin initiiert wurde. Verbundenheit Göttin und Gott haben hunderte Namen, deren Herkunft und Wortlaut mit dem Land verbunden sind, in dem man geboren wurde, bzw. lebt. Es ist die Art der Menschen, Dinge zu benennen, um sie zuordnen zu können. Ansich sind die Namen selbst nicht das Bedeutungsvolle, sondern die Aspekte der Gottheiten, die hinter den jeweiligen Mysterien stehen. So wie jeder Mensch seinen eigenen Charakter hat, passt zu ihm eine bestimmte Göttin und ein bestimmter Gott ganz individuell. Priester/ -innen haben gelernt die göttliche >Energiequelle<, die sich wie oben beschrieben, durch alles zieht, anzuzapfen, mit ihr zu kommunizieren, sie auf Ziele zu lenken = Magie. Bei dieser Anwendung, ob privat oder in den Ritualen der 8 Jahresfeste, oder dem Zelebrieren des Voll- und Neu- / Schwarzmondes, kommt man den (wie ich sie persönlich nenne) Leibesgottheiten immer ein Stückchen näher. Es kann Jahre dauern bis man einen >Volltreffer< hat und weiß, welche Göttin und welcher Gott inne >wohnt<, um so größer ist die Freude, wenn man sie und ihn endlich gefunden hat. Auch ich suchte mehrere Jahre bis ich fündig wurde und diese Suche führte dazu, dass ich im Jahr 2006 zur Avallon-Priesterin initiiert wurde. Die Fackel weiter tragen Gerne und mit Freuden gebe ich mein Wissen weiter. Ich verstehe es nicht nur als meine Pflicht, es ist mir auch ein tief empfundenes Bedürfnis die Anzahl der Wicca Priester/innen zu mehren, meine Erfahrungen zu teilen, Interessenten ein Gastjahr bei uns zu ermöglichen, das zu verschenken was ich selbst einst geschenkt bekam und im Laufe der Jahre weiterentwickelt habe. Unsere Covenstruktur ist durch die Mitglieder und deren Ambitionen bildgebend und teilweise fixiert, doch verschließen wir uns nicht frischem Wind, was sehr spannend und aufregend sein kann. Blessed be ! Tarana |